Ward, Jesmyn

Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt



Jesmyn Ward
Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt
Roman
Aus dem Englischen
von Ulrike Becker
300 Seiten, gebunden, € 22,-,
ISBN 978-3-95614-224-6
(Kunstmann)

Liebe und Achtung haben auch in Armut, in einer von rassistischer Ablehnung geprägten Gesell­schaft eine Chan­ce. Wards zweiter Südstaatenroman, ein dichtes Familienporträt, geht sofort unter die Haut und macht süchtig.

An seinem 13. Geburtstag folgt Jojo seinem Großvater in den kühlen Frühlingsmorgen aus dem selbst gebauten Haus hin zum Ziegenstall auf einer kleinen Lichtung im Wald. Die Ziege, die sie schlachten, abziehen, ausnehmen werden, ahnt, was ihr bevorsteht. Lange assistiert Jojo seinem Großvater, doch irgendwann ist der Gestank so erbärmlich, dass er aus dem Schuppen stürzt. Er und seine dreijährige Schwester Kayla leben bei Mom und Pop, den Eltern ihrer drogensüchtigen Mutter, seit Jojo denken kann. Nicht erst, seit sein weißer Vater wieder im Bau ist. Heute, an Jojos Geburtstag, ruft er an und bestellt Frau und Kinder ein zu seiner Entlassung. Als wären die Jahre zuvor nicht gewesen. »Wie ein Traum ist dieser Roman, ein realistischer Traum: eindringlich und tief wie das Meer.« (The Guardian)



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